New Yorks Gesetz über synthetische Darsteller: Was Videoschnittprofis wissen müssen

Im Juni 2026 wurde New York der erste US-Bundesstaat, der ein Gesetz verabschiedete, das verlangt, dass jede KI-generierte Person in einer Werbung klar offengelegt wird. Für professionelle Videoeditoren, die an Werbespots und Kundenprojekten arbeiten, bedeutet dies, dass immer dann ein Label oder ein Voiceover eingefügt werden muss, wenn ein synthetischer Darsteller erscheint. Nachfolgend erklären wir, wer als „synthetischer Darsteller“ gilt, welche Offenlegungen erforderlich sind (und welche Bußgelder bei Nichtbeachtung anfallen) sowie praktische Schnitt-Tipps, um Ihren Arbeitsablauf regelkonform zu gestalten.
Was ist das Gesetz zum synthetischen Darsteller?
Das neue New Yorker Gesetz, das im Juni 2026 in Kraft tritt, schreibt vor, dass jede Werbung, die eine KI-generierte Person zeigt, eine klare Offenlegung enthalten muss, dass ein künstlicher Darsteller verwendet wurde (apnews.com). Anders gesagt: Wenn Ihr Video einen echten Schauspieler durch eine CGI- oder KI-erstellte Figur ersetzt, müssen Sie dies kennzeichnen. Gouverneurin Kathy Hochul nannte es ein „Erstlingsgesetz in den USA“, das die Transparenz stärken soll, da „KI-generierte Darsteller in allen Medienformen auftauchen“ (apnews.com) (apnews.com). Es wurde als „einfache, ehrliche Offenlegung“ konzipiert, die „Verbraucher schützt [und] unsere kreative Arbeitnehmerschaft respektiert“ und sicherstellt, dass das Publikum nicht durch Deepfake-ähnliche Inhalte getäuscht wird (apnews.com).
Definition eines synthetischen Darstellers
Nach dem Gesetz ist ein „synthetischer Darsteller“ definiert als „digital erstellte Medien, die wie eine echte Person aussehen.“ In der Praxis umfasst dies jede lebensnahe, KI-generierte menschliche oder humanoide Figur in Ihrer Werbung (apnews.com). Das kann ein vollständig CGI-Modell einer Person sein, ein Deepfake-Klon eines echten Schauspielers, ein KI-generierter Cartoon mit fotorealistischer Optik oder sogar eine KI-Stimme, die überzeugend menschlich klingt. Wenn die Figur vernünftigerweise für eine echte Person gehalten werden könnte, fällt sie unter das Gesetz. (Klar animierte oder nicht-menschliche digitale Figuren sind hingegen nicht der Fokus dieses Gesetzes.)
Geltungsbereich der Regel
Die Offenlegungspflicht gilt für Werbung in jeglichem Medium (apnews.com). Das umfasst TV-Werbespots, Webvideos, Social-Media-Anzeigen, OTT-/Streaming-Spots und so gut wie jedes Video- oder digitale Werbeformat. Wenn im Werbespot Ihres Kunden eine KI-Person vorkommt, muss dieser Spot gekennzeichnet werden. Audiowerbung ohne Bild ist ausdrücklich ausgenommen – das Gesetz betrifft nur visuelle Inhalte mit synthetischen Darstellern (apnews.com). Ebenfalls ausgenommen sind Einsätze von KI, die ausschließlich zum Synchronisieren oder Übersetzen von Stimmen verwendet werden; wenn nur Stimmen übersetzt, aber keine Personen erstellt wurden, ist kein Label notwendig (apnews.com).
Erforderliche Offenlegungen
Wenn ein synthetischer Darsteller erscheint, muss die Werbung eine deutliche Offenlegung enthalten, dass ein KI-generierter Darsteller gezeigt wird. Das Gesetz schreibt keine genauen Formulierungen vor, aber ein gängiger Ansatz ist, On-Screen-Text wie „KI-generierter Darsteller“ oder „Computer-generiertes Bild“ einzublenden, solange die Figur sichtbar ist. Alternativ kann eine Voiceover-Zeile (z. B. „mit KI-generiertem Talent“) in der Erzählung verwendet werden. Entscheidend ist, dass das Label auffällig ist – gut sichtbar und/oder klar hörbar für den Zuschauer. Das Gesetz verlangt ausdrücklich, dass Werbung „deutlich offenlegt“, wenn synthetische Darsteller verwendet werden (apnews.com). Praktisch bedeutet das, die Offenlegung darf nicht winzig oder versteckt sein, sondern muss an einer Stelle platziert werden, an der das Publikum sie tatsächlich sehen oder hören kann.
Strafen bei Nichtbefolgung
Das Unterlassen der Kennzeichnung eines synthetischen Darstellers zieht Bußgelder nach sich. Nach dem Gesetz sind Verstöße mit zivilrechtlichen Strafen belegt: 1.000 $ für den ersten Verstoß und 5.000 $ für jeden weiteren Verstoß (apnews.com). Eine einzelne Geldstrafe erscheint bei großen Werbebudgets vielleicht überschaubar, aber mehrere Verstöße (z.B. bei mehreren nicht gekennzeichneten Spots oder vielen bearbeiteten Projekten) können sich summieren. Deshalb ist es am sichersten, die Einhaltung direkt in den Prozess zu integrieren, statt sie in letzter Minute beheben zu wollen.
Ausnahmen und Sonderregelungen
Das Gesetz sieht mehrere spezifische Ausnahmen vor. Am auffälligsten sind Kinotrailer, TV-Show-Promos, Vorschauen auf Streaming-Inhalte und Videospiel-Werbung, die KI-Charaktere zeigen, hier ist keine Kennzeichnung erforderlich. Diese gelten als Unterhaltungsinhalte, nicht als „gewöhnliche“ Produktwerbung (apnews.com). Ebenfalls ausgenommen sind Audio-Werbung (z.B. Radiospots oder Podcasts) sowie Anzeigen, bei denen KI nur für Übersetzung oder Synchronisation eines menschlichen Sprechers genutzt wurde (apnews.com). Abgesehen von diesen Fällen muss jedoch praktisch jede andere Videoanzeige – von Markenwerbung bis zu Social Media-Promos – die Offenlegung enthalten, wenn eine KI-Person zu sehen ist.
Warum es das Gesetz gibt
Der Sinn des Gesetzes ist es, Verbraucher und echte Darsteller vor Täuschung zu schützen. Durch die Pflicht zur klaren Kennzeichnung wissen Zuschauer, dass das „Talent“, das sie sehen, kein menschlicher Schauspieler ist, sondern von einem Computer generiert wurde. So wird irreführendes Deepfake-Marketing vermieden und eine klare Anerkennung gewährleistet. Schauspielergewerkschaften wie SAG-AFTRA unterstützen die Maßnahme als Schutz für Jobs und ehrliche Darstellung. Das Büro von Gouverneurin Hochul betonte, dass die einfache Offenlegung in Werbung „unsere kreative Arbeitnehmerschaft respektiert“, also menschlichen Schauspielern hilft, die gebührende Anerkennung zu bekommen und ihre Rollen zu schützen (apnews.com). Kurz gesagt: Das Gesetz erkennt den zunehmenden Einsatz von KI in Werbung an und besteht auf Transparenz, damit das Publikum nicht getäuscht wird.
Branchentrends
Das New Yorker Gesetz ist das erste seiner Art in den USA, spiegelt aber einen globalen Trend wider. Weltweit arbeiten Regulierungsbehörden und Branchenverbände auf mehr Offenlegungen von KI-Inhalten hin. Zum Beispiel kündigte Südkorea an, dass ab Anfang 2026 alle KI-generierten Anzeigen klar gekennzeichnet sein müssen und Plattformen diese Kennzeichnungen durchsetzen werden (apnews.com). In China verlangt neue Gesetzgebung, dass soziale Medien und Content-Plattformen KI-erstellte Medien (einschließlich Werbung) kennzeichnen oder mit Wasserzeichen versehen, damit Nutzer erkennen können, was echt ist (www.tomshardware.com). Werbeindustrieverbände wie das IAB haben ebenfalls freiwillige AI-Comply-Rahmenwerke veröffentlicht, die zu klarer Kennzeichnung von generativen Anzeigen ermutigen. In Europa wird der kommende AI Act (gültig ab August 2026) vorschreiben, dass Deepfake- oder KI-generierte Inhalte zu Themen von öffentlichem Interesse eindeutig markiert werden müssen (digital-strategy.ec.europa.eu).
Das alles bedeutet: Transparenz gewinnt an Bedeutung. Als Editor könnten Sie bald ähnliche Regelungen in weiteren Bundesstaaten, Ländern oder globalen Plattformen sehen. Sich jetzt daran zu gewöhnen, KI-Offenlegungen einzubauen, schützt Ihren Workflow für die Zukunft.
Auswirkung auf den Schnitt-Workflow
Für Videoeditoren bedeutet die neue Regel, einen neuen Schritt in den gewöhnlichen Arbeitsablauf einzufügen. Sobald Sie Material oder Assets mit einer synthetischen Person erhalten, markieren Sie dies sofort. Planen Sie ein, Platz oder Zeit im Schnitt für die Offenlegung zu reservieren. Praktisch erstellen Sie vielleicht eine separate Timeline-Spur für das Label oder eine kurze Voiceover-Einblendung. Behandeln Sie die Offenlegung wie essentielle Metadaten – ähnlich wie Copyright-Vermerke oder rechtliche Hinweise.
Behalten Sie während des Schnittprozesses eine Checkliste: Wenn ein Shot eine KI-Person enthält, sollte „KI-Label hinzufügen“ auf Ihrer To-do-Liste stehen. Prüfen Sie bei Überarbeitungen, dass die Offenlegung nicht versehentlich entfernt wurde. Bauen Sie das Label in Ihren Schnitt ein wie einen Titel- oder Bauchbinden-Grafik. So übersehen Sie dieses Compliance-Element nicht, auch bei engen Deadlines und mehreren Feedback-Runden.
Praktische Tipps für Editoren
- Frühzeitige Kennzeichnung. Wenn das Drehbuch oder Storyboard KI-Talente vorsieht, entscheiden Sie früh, wie Sie die Offenlegung machen. Fügen Sie zum Beispiel ab dem ersten KI-Shot einen Platzhalter-Grafik oder Textoverlay in die Timeline ein.
- Einfach und klar. Eine Beschriftung wie „KI-generierter Darsteller“ oder „Enthält computer-generierte Bilder“ reicht meist aus. Verwenden Sie gut lesbare Schrift und kontrastreiche Farben (z.B. heller Text auf dunklem, halbtransparentem Balken), damit es auffällt.
- Timing beachten. Lassen Sie das Label mindestens einige Sekunden sichtbar oder sogar die gesamte Szene mit der KI-Person überblendet. Bei Voiceover sollte der Sprecher die Offenlegung früh und in normaler Lautstärke vorlesen.
- Untertitel/Caption nutzen. Wenn Ihre Werbung gesprochene Sprache hat, erwägen Sie automatische Untertitel für die Offenlegungslinie. So sehen Zuschauer, die stumm oder mit Hörschwierigkeiten zuschauen, die Information ebenfalls.
- Label in Timeline sichern. Legen Sie das Label auf eine eigene Spur und sperren oder verschachteln Sie diese, damit es nicht versehentlich geschnitten wird. So ist die Kennzeichnung bei weiteren Bearbeitungen automatisch dabei.
- Teamkommunikation. Informieren Sie Kunde, Regisseur oder Kreativteam über die Kennzeichnungspflicht. So können sie Platzierung und Formulierung absegnen und sind bei der finalen Version nicht überrascht. Betonen Sie, dass es sich um eine rechtliche Vorgabe handelt und klare, dezente Kennzeichnungen Branchenstandard sind.
- Delivery-Check. Prüfen Sie vor dem Export des finalen Spots (oder lassen prüfen), ob AI-Figuren übersehen wurden. Besser, eine ungekennzeichnete KI-Szene früh zu finden als später eine Bußgeld-Strafe zu riskieren.
Häufige Probleme & Lösungen
- Label ist zu klein oder zu kurz. Manchmal ist die Offenlegung technisch vorhanden, aber kaum lesbar (winziger Text) oder nur für einen Bruchteil einer Sekunde gezeigt. Lösung: Vergrößern Sie die Schriftgröße und zeigen Sie das Label mindestens ein paar Sekunden lang. Nutzen Sie einen undurchsichtigen Hintergrund (Balken oder Kasten), um den Kontrast zu verbessern.
- Label im Schnittbeschnitt verloren. Wenn schnell geschnitten wird, kann das Overlay versehentlich abgeschnitten werden. Lösung: Legen Sie das Label auf eine separate, gesperrte Spur (oder Sequenz), die die Länge des Shots automatisch mitverfolgt. Prüfen Sie bei jedem neuen Schnitt speziell die Offenlegung.
- Audio-Offenlegung wird übertönt. Wenn die Voiceover-Kennzeichnung „diese Person ist KI-generiert“ von Musik oder Effekten überdeckt wird, hört man sie kaum. Lösung: Senken Sie die Musiklautstärke während der Offenlegung oder wiederholen Sie das Label als On-Screen-Text. Kombination aus Text und Ton erhöht die Verständlichkeit.
- Unsicherheit, ob Inhalt zählt. Oft ist nicht klar, ob eine Figur wirklich KI-generiert oder nur computerverbessert ist. Lösung: Klären Sie das mit dem Produzenten oder VFX-Künstler. Im Zweifel ist eine Kennzeichnung sicherer. Transparenz entspricht der Gesetzesintention.
- Kunde lehnt Label ab. Kunden fürchten manchmal, das Label „verdirbt die Magie“ ihres Spots. Lösung: Erklären Sie, dass Ehrlichkeit beim Publikum geschätzt wird und andere Codes (z.B. „Bezahlter Inhalt“) schon selbstverständlich sind. Gestalten Sie das Label passend zur Video-Optik (Schrift, Farbe), damit es stilvoll wirkt.
VIDIO Shortcut
VIDIOs KI-gestützte Schnitt-Tools können die Einhaltung erleichtern. Zum Beispiel:
- Text Overlay Tool. Fügen Sie mit einem Klick gut sichtbare Labels wie „KI-generierter Darsteller“ ein. Schriftart, Größe, Farbe und Platzierung sind anpassbar, sodass die Offenlegung auffällig und professionell wirkt.
- Automatische Gesichts- & Stimmenverfremdung. Wenn Sie den Unterschied betonen oder auf Nummer sicher gehen wollen, kann VIDIO Gesichter mit der Face Blur/Mask-Funktion unscharf machen oder Maskieren, und die Stimme mit dem Voice Anonymizer verändern. (Diese Schutzschichten sind optional, allerdings bleibt die Kennzeichnung gesetzlich erforderlich.)
- Auto-Untertitelung. Wenn Sie die Offenlegung per Audio ansagen, erzeugt VIDIO automatisch passende Untertitel für die Zeile. Das hilft, auch gehörlosen oder stumm Zuschauenden die Info zu zeigen.
- Batch-Verarbeitung. Statt jeden Clip einzeln zu bearbeiten, kann der Plattform-Assistent Textlabels oder Unschärfen automatisch über mehrere Szenen bzw. das ganze Projekt legen. Das spart Zeit bei vielen synthetischen Shots.
Mit diesen integrierten Funktionen können Sie die erforderlichen Offenlegungen mit minimalem Aufwand in Ihre Werbung stempeln. Praktisch heißt das: weniger Zeit fürs Layer-Basteln, mehr Zeit fürs kreative Feintuning – auch bei engen Deadlines. Mit cleveren Overlay- und Zensur-Tools bleiben Ihre Schnitte regelkonform und Sie müssen nicht hinterher korrigieren.
Top verwandte Tools
4Erstellen mit VibeEdit
Erstellen Sie Ihr Compliance-Video für synthetische Darsteller
Beschreiben Sie, wie synthetische Darsteller hervorgehoben, Offenlegungstexte hinzugefügt und das Video für die Einhaltung gestaltet werden sollen.